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Die digitale Visitenkarte von „Pug City„ spricht zwei Empfehlungen aus, die mein Entdeckerherz höher schlagen lassen: Mir wird nahe gelegt auf den Bürgersteigen zu laufen um nicht überfahren zu werden und ich soll mich nicht von den Vampiren beißen lassen. Das klingt nach urbanen Abenteuern! Menschen! Straßenverkehr! Gefahr! Die Wirklichkeit jedoch sieht anders aus. Kein Lebenszeichen weit und breit, die heulenden Sirenen eines Polizeiwagens irgendwo Downtown mal abgesehen. Ein Linienbus wartet um die Ecke. Ich setzte mich hinein. Natürlich passiert… nichts.

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Ein paar Straßen weiter, auf einer Art großem leeren Parkplatz mache ich eine Entdeckung, die mich allerdings nicht weiter überrascht. Ein übergroßer pinkfarbener Mushroom wächst aus dem Beton. Tatsächlich gehören riesige Pilze zu den am häufigsten vorkommenden Pflanzen in Second Life. Die Pilze schießen überall aus dem Boden. Es gibt sie in allen Farben, oft leuchten sie, meist kann man auf ihnen sitzen. Erst gestern habe ich mit Feen in einem Pilzgarten umhergetanzt. Aber erst jetzt, in der kontemplativen Leere des betonierten Platzes, kommt mir der Gedanke, dass die Pilze eine höhere Bedeutung haben könnten. Sie zeugen von dem Wunsch nach Bewusstseinserweiterung und sind doch nur Attrappen. So führen sie dem sehnsüchtigen Pilzanbauer nichts anderes vor Auge, als die absolute Begrenztheit virtueller Erfahrungen… Und plötzlich erscheint Second Life schal und armselig. Die eben noch liebevoll gepflegten Liegewiesen und Cafés werden desillusioniert dem Verfall überlassen…