Wo einst der Avatar Xavier Santiago sich seines zweiten Lebens freute

Verlassenes Land (oben recht, gelb markiert) ist aggressiven Flechten schutzlos ausgeliefert. Nachbar reagiert mit Panik.

Verlassenes Land (oben rechts, gelb markiert) ist aggressiven Flechten und Steinplatten schutzlos ausgeliefert. Nachbar (links) reagiert mit Panik.

Von der offiziellen Wissenschaft oft totgeschwiegen: Aggressive Flechten und Steinplatten in Second Life. Seit 2008 etwa sind aggressive Flechten und Steinplatten in vielen Second-Life-Regionen auf dem Vormarsch. Ihre grün- bis grauschattierten Texturen überwuchern und plätten binnen Sekunden ganze Siedlungen. Sie gehen dabei für eine derart niedere Lebensform faszinierend raffiniert vor: Zunächst befallen sie eine verlassene Parzelle, deren Besitzer wohl für immer von uns gegangen ist. Alles was von ihm, hier zum Beispiel einem gewissen Xavier Santiago, noch kündet, ist dann die Land-Info, eine letzte Gedenk-Tafel. Sobald sich die Flechten oder Steinplatten auf der verlassenen Parzelle breit gemacht haben, werden etwaige Nachbarn nervös und versuchen panikartig ihre angrenzenden, oft ebenfalls schon flechtenbefallenen oder versteinerten Grundstücke zu verramschen. Meist kapitulieren sie bereits wenige Tage später und verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Ganze Regionen haben sich Flechten und Steinplatten auf diese Weise schon unterworfen. Und nicht wenige fortschrittliche Wissenschaftler vertreten die Theorie, dass Flechten und Steinplatten einmal die letzten Überlebenden in Second Life sein werden, lange nachdem der letzte Avatar sich ausgeloggt hat.