Link für Tapetensüchtige

Medizin in der Avatargesellschaft: Durch Platzierung realistischer 3D-Objekte, wie etwa dieses Kochtopfes, direkt vor illusionistischen 2D-Fototapeten versuchte man Tapetensüchtige zu kurieren.

Medizin in der Avatargesellschaft: Durch Platzierung realistischer 3D-Objekte, wie etwa dieses Kochtopfes, direkt vor illusionistischen 2D-Fototapeten versuchte man Tapetensüchtige zu kurieren.


Die zahlreichen gigantischen Fototapeten in Second Life werden vor allem von konservativen Wissenschaftlern als Zeichen des Verfalls und der 3D-Degeneration interpretiert. Die Fototappete führe in den 3D-Raum einen illusionistischen 2D-Raum ein, dessen grelle Detailversessenheit hochartifiziell sei, so die Wissenschaft. Praktisch gesehen resultieren daraus zwei Probleme: Der Avatar wird durch die hyperrealistisch feintexturierte Fototapete wie magisch angezogen, obwohl er sie im ersten Moment gar nicht als Tapete erkennt, bis er dann – rumps – dagegenrammt. Obwohl einerseits enttäuschend, weil nicht begeh- und durchfliegbar, weckt die Fototapete beim Avatar absurde Begehrlichkeiten nach unrealistisch feinen Texturen. Diese Begehrlichkeiten führen letztendlich dazu, dass der Avatar dann den lieben langen Tag vor oder hinter der Tapete sitzt und nicht mehr dazu zu bewegen ist, mal einen Schritt ins richtige Second Life hinaus zu tun. Die Fototapetensucht sei eines der gravierendsten Probleme der späten Avatargesellschaft, behaupten manche.